„Wir kämpfen nicht, wir finanzieren doch nur!“


Der pensionierte General Jack Kean, der heute als strategischer Analyst für Fox
News arbeitet, ist der Meinung, dass die 66 Milliarden, die von den USA in diesem Jahr in die Ukraine investiert wurden, sich gelohnt hätten. Er betonte in einem Interview das Wort „Investition“, denn nichts anderes sei es und die sei es diesmal wert.

Es ist zynisch, wenn Kean von der Sicherheit der USA spricht, die dadurch erhalten werden könnte. Es ist Propaganda und völliger Unsinn, wenn man bedenkt — und das wird leider immer wieder vergessen — dass Putin ganz und gar nicht der Feind sein, sondern mit dem Westen Frieden schließen wollte. Die USA, die Russland seit Jahrzehnten provozieren, macht einfach weiter.

So reagierte man in Deutschland auf die ausgestreckte Hand:

„Am 25. September 2001 hatte Putin noch die Hoffnung, dass er sein Land mit dem Westen versöhnen könnte. Er wollte eine Brücke schlagen und seine Rede, die er im Bundestag hielt, ist lesenswert (Video hier). Er reichte der deutschen Regierung die Hand, und die applaudierten nicht nur, sondern es gab auch Standing Ovations.

Und das war alles. Die Deutschen waren begeistert, aber irgendwo war dann wohl doch irgendeiner, dem das nicht gefiel.“

Der General glaubt nun, dass die Amerikaner mit diesem Geld in den Frieden investieren, denn damit würde man die russische Armee zerstören und das Risiko eines Atomkriegs verringern.

Die Frage stellt sich, warum man in den USA überhaupt Angst vor einem Atomkrieg haben muss. Eventuell wegen der ständigen Provokationen gegenüber Russland? Hatte man nicht unter Clinton und Obama dennoch wunderbare Wirtschaftsbeziehungen mit Putin und übergab ihm sogar einen großen Batzen des amerikanischen Uraniums, etwas, was man zum Bau einer Atombombe benötigt? (Dokument hier von WikiLeaks)

Und dann, plötzlich, als man sah, dass Donald Trump als Präsidentschaftskandidat gefährlicher wurde, als man dachte, der könnte gewinnen, holte man die Feindeskarte wieder einmal aus dem Ärmel und beschuldigt Russland nun schon seit Jahren, in die Wahl 2016 eingegriffen zu haben, um Trump den Wahlsieg zu sichern. Dass es „die Russen“ nicht waren, wurde längst bereits offiziell bestätigt, aber das interessiert die Demokraten nicht.

Warum sollten sie eigentlich Trump helfen wollen, wenn sie doch von Hillary Clinton während ihrer Zeit als Außenministerin fürstlich beschenkt worden sind? Da fehlt die Logik.

Hier ist das Interview mit Jack Keane im Original

General JACK KEANE:

Die Unterstützung in der amerikanischen Bevölkerung, der Ukraine weiterhin zu helfen, liegt bei 66%. Sie ist also ziemlich solide, aber es gibt Leute im Kongress, einige von ihnen Republikaner, die immer wieder Bedenken hinsichtlich der Ausgaben für die Ukraine geäußert haben. Wir haben einen Haushalt von 6 Billionen Dollar, der in Wirklichkeit um einige Hundert Milliarden höher ist als dieser.

Wir haben in diesem Jahr 66 Milliarden Dollar in die Ukraine investiert, und das sind etwa 1,1 % [des Haushalts]. Was bekommen wir für diese Investition? Wir haben Putin, den wir jahrelang abgetan und nicht ernst genommen haben, trotz Georgien 2008, trotz Syrien, trotz der Krim und der Ostukraine 2014. Denn er ist eine Macht im Niedergang, seine Wirtschaft ist im Keller, er hat eine Ein-Rohstoff-Wirtschaft, und wir hatten die Tendenz, ihn nicht ernst zu nehmen.

Dabei hat er die ganze Zeit nur davon gesprochen, dass die Ukraine ein Teil Russlands ist, und er werde sie zu einem Teil Russlands machen. Präsident Xi sagt übrigens das Gleiche über Taiwan. Und da ist auch, und das ist der wichtige Teil, sein Plan, die ehemaligen Sowjetrepubliken, die jetzt in der NATO sind, wieder unter das Dach Russlands zu bringen, und das sind vor allem die baltischen Staaten, insbesondere Polen und in geringerem Maße Rumänien.

Wir haben das alles abgelehnt, aber ich glaube, Putin hat das nie aufgegeben.

Was wir also für 66 Milliarden Dollar bekommen, ist, dass die Ukraine kämpft, dass sie die russische Armee auf dem Schlachtfeld buchstäblich vernichtet, was sie um Jahre zurückwerfen und ihr die Möglichkeit nehmen würde, jemals unter Putin seine Ambitionen in Bezug auf die Rückeroberung einiger der Sowjetrepubliken zu verwirklichen. Im Übrigen würde ein solcher Fall einen Krieg zwischen der NATO und Russland bedeuten. Das würde ein viel größeres Ausmaß annehmen, als es im Moment der Fall ist.

Wo würde Putin aufhören, falls er über die Ukraine siegen würde?

Wir führen die Kämpfe nicht, und das ist entscheidend für das, was hier passiert. Wir finanzieren sie, aber das ist eine Investition, eine Investition in die Sicherheit unserer Zukunft.

Wir kämpfen nicht, aber wir finanzieren den Kampf und lassen andere für uns kämpfen

Klingt das scheinheilig? Kann man noch deutlicher beschreiben, dass man — wieder einmal — mittendrin steckt, die Fäden zieht und andere willig mitmachen? Was bekommen sie dafür eigentlich? Glauben sie wirklich, sie hätten in einem Great Reset, einer neuen Weltordnung, tatsächlich einen Platz in der vordersten Reihe? Sie haben sich als schwach erwiesen und alles mitgemacht, ohne für ihr Volk zu kämpfen. Ich denke, man würde sie verachten. Wegen dieser Schwäche.

Aber noch ist es nicht zu spät!

Der amerikanische Publizist Noam Chomsky : Putins Einmarsch in die Ukraine war ein riesiges Geschenk an die Vereinigten Staaten. Er bot den USA an, was sie schon immer wollten: ein untergeordnetes Europa, das US-Befehle ausführt. Für Europa, Deutschland, das deutsche Industriesystem ist das eine Katastrophe. Einer der am besten informierten Analysten, Thomas Palli, schrieb kürzlich, dass die Ehe zwischen Europa und Russland eine im Himmel geschlossene Ehe sei. Sie ergänzen sich. Sie brauchen sich gegenseitig. Ein Abkommen zwischen Westeuropa und Russland würde Europa den direkten Zugang zu der Initiative «Ein Gürtel, ein Weg» eröffnen, die einen Großteil Eurasiens mit dem riesigen chinesischen Markt verbindet. Sie ergänzen sich in jeder Hinsicht und brauchen einander. Wie lange wird Europa zustimmen, sich an den Fängen Washingtons zu klammern, anstatt sich in Richtung eines europäischen gemeinsamen Hauses im Gorbatschow-de-Gaulle-Stil zu bewegen? Das ist die Hauptfrage in den Weltangelegenheiten.


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