đŸš«đŸŒŸ Russland droht mit Ende des Getreideabkommens im Mai

ANKARA (dpa-AFX) – Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat mit einem Ende des internationalen Abkommens zur Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine gedroht. Ohne Erleichterungen fĂŒr eigene Agrarexporte werde Russland die Vereinbarung nicht verlĂ€ngern, sagte Lawrow am Freitag bei einem Besuch in der TĂŒrkei. „Wenn es weiterhin keine Bewegung beim Abbau der Barrieren fĂŒr den Export russischen DĂŒngers und Getreides gibt, denken wir darĂŒber nach, ob wir das Abkommen brauchen“, wurde er von der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zitiert. Sollte der Westen nicht einlenken, könne Russland die Blockade der ukrainischen SchwarzmeerhĂ€fen wieder aufnehmen.

Bei dem Treffen mit dem tĂŒrkischen Außenminister MevlĂŒt Çavusoglu in Ankara sagte Lawrow an die Adresse des Westens: „Sollen sie doch weiter die entsprechenden GĂŒter der Ukraine ĂŒber den Landweg mit der Eisenbahn oder ĂŒber FlĂŒsse verfrachten.“ Russland werde dann mit der TĂŒrkei und Katar zusammenarbeiten, um seine AgrargĂŒter auf dem Weltmarkt abzusetzen. Die PlĂ€ne dazu seien schon besprochen worden. Das Abkommen lĂ€uft ohne VerlĂ€ngerung Mitte nĂ€chsten Monats aus.

Russland hatte nach Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar vergangenen Jahres monatelang die ukrainischen SchwarzmeerhĂ€fen blockiert und damit die Ausfuhr von Getreide verhindert. Die Ukraine ist einer der wichtigsten Exporteure weltweit. Dadurch gab es insbesondere in Ă€rmeren LĂ€ndern Ängste vor einer Hungerkrise. Im Sommer wurde dann unter Vermittlung der TĂŒrkei und der Vereinten Nationen ein Abkommen ausgehandelt. Seither gelangten nach tĂŒrkischen Angaben mehr als 27 Millionen Tonnen ukrainisches Getreide auf den Weltmarkt.

Die ursprĂŒnglich fĂŒr 120 Tage geschlossene Vereinbarung wurde zweimal verlĂ€ngert, das letzte Mal allerdings nur noch fĂŒr 60 Tage. Russland droht immer wieder damit, das Abkommen platzen zu lassen. BegrĂŒndet wird das auch damit, dass eigene Exporte von Getreide und DĂŒnger durch westliche Sanktionen behindert wĂŒrden.