­čÜź­čîż Russland droht mit Ende des Getreideabkommens im Mai


ANKARA (dpa-AFX) – Russlands Au├čenminister Sergej Lawrow hat mit einem Ende des internationalen Abkommens zur Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine gedroht. Ohne Erleichterungen f├╝r eigene Agrarexporte werde Russland die Vereinbarung nicht verl├Ąngern, sagte Lawrow am Freitag bei einem Besuch in der T├╝rkei. „Wenn es weiterhin keine Bewegung beim Abbau der Barrieren f├╝r den Export russischen D├╝ngers und Getreides gibt, denken wir dar├╝ber nach, ob wir das Abkommen brauchen“, wurde er von der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zitiert. Sollte der Westen nicht einlenken, k├Ânne Russland die Blockade der ukrainischen Schwarzmeerh├Ąfen wieder aufnehmen.

Bei dem Treffen mit dem t├╝rkischen Au├čenminister Mevl├╝t ├çavusoglu in Ankara sagte Lawrow an die Adresse des Westens: „Sollen sie doch weiter die entsprechenden G├╝ter der Ukraine ├╝ber den Landweg mit der Eisenbahn oder ├╝ber Fl├╝sse verfrachten.“ Russland werde dann mit der T├╝rkei und Katar zusammenarbeiten, um seine Agrarg├╝ter auf dem Weltmarkt abzusetzen. Die Pl├Ąne dazu seien schon besprochen worden. Das Abkommen l├Ąuft ohne Verl├Ąngerung Mitte n├Ąchsten Monats aus.

Russland hatte nach Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar vergangenen Jahres monatelang die ukrainischen Schwarzmeerh├Ąfen blockiert und damit die Ausfuhr von Getreide verhindert. Die Ukraine ist einer der wichtigsten Exporteure weltweit. Dadurch gab es insbesondere in ├Ąrmeren L├Ąndern ├ängste vor einer Hungerkrise. Im Sommer wurde dann unter Vermittlung der T├╝rkei und der Vereinten Nationen ein Abkommen ausgehandelt. Seither gelangten nach t├╝rkischen Angaben mehr als 27 Millionen Tonnen ukrainisches Getreide auf den Weltmarkt.

Die urspr├╝nglich f├╝r 120 Tage geschlossene Vereinbarung wurde zweimal verl├Ąngert, das letzte Mal allerdings nur noch f├╝r 60 Tage. Russland droht immer wieder damit, das Abkommen platzen zu lassen. Begr├╝ndet wird das auch damit, dass eigene Exporte von Getreide und D├╝nger durch westliche Sanktionen behindert w├╝rden.


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