đŸ˜± Schuldengrenze: Yellen warnt vor wirtschaftlicher und finanzieller Katastrophe


Investing.com – Die USA steuern geradewegs auf das so genannte X-Datum zu, an dem der Regierung in Washington das Geld ausgeht.

Laut US-Finanzministerin Janet Yellen wĂŒrden eine Nichtanhebung oder Aussetzung der Schuldenobergrenze zu einer „wirtschaftlichen und finanziellen Katastrophe“ fĂŒhren und die „historische Erholung“ (đŸ€Ł) gefĂ€hrden, die bisher unter US-PrĂ€sident Joe Biden erreicht wurde.

In einer Rede auf dem Wirtschaftsforum „Capitol-to-Capitol“ in Sacramento betonte Yellen, dass eine derartige Entwicklung unter anderem zu einem Verlust von ArbeitsplĂ€tzen, steigenden Preisen und höheren Kosten fĂŒr zukĂŒnftige Investitionen fĂŒhren wĂŒrde. Auch die Zinsen könnten „auf unbestimmte Zeit“ steigen, warnte Yellen, was wiederum ein Problem fĂŒr die AktienmĂ€rkte darstellen wĂŒrde.

Sie appellierte an den Kongress, einer Anhebung oder Aussetzung des Schuldenlimits ohne Bedingungen zuzustimmen. 

„Diese wirtschaftliche Katastrophe ist vermeidbar und die Lösung ist simpel.“

Weiter meinte Yellen, dass die EindĂ€mmung der Inflation weiterhin die oberste PrioritĂ€t der Biden-Administration bleibe. Erreicht werden könne dies durch „den weiter nachlassenden Druck auf die Lieferketten, die Stabilisierung der globalen EnergiemĂ€rkte und die Bereitstellung von Hilfen bei alltĂ€glichen Kosten wie Gesundheit und rezeptpflichtigen Medikamenten“.

Die Politiker in Washington ringen noch immer um eine Einigung zur Anhebung der Schuldengrenze. Der Sprecher des ReprĂ€sentantenhauses, Kevin McCarthy, legte letzte Woche einen Gesetzentwurf vor, der eine KĂŒrzung der Staatsausgaben um 4,5 Billionen Dollar vorsieht, um das Schuldenlimit um 1,5 Billionen Dollar anzuheben.

Das US-Finanzministerium setzt derzeit „außerordentliche“ Maßnahmen ein, mit denen eine unmittelbare Haushaltskrise vermieden werden soll. Laut einer frĂŒheren Prognose des Congressional Budget Office dĂŒrften diese Maßnahmen aber nur noch fĂŒr ein paar Monate ausreichen. Ohne Einigung der EntscheidungstrĂ€ger droht den USA bereits im Sommer die ZahlungsunfĂ€higkeit.

In der Zwischenzeit macht sich an den MĂ€rkten eine gewisse Unruhe darĂŒber breit, ob Demokraten und Republikaner vor dem X-Datum, das die Deutsche Bank fĂŒr Ende Juli oder August erwartet, eine Einigung erzielen können.

Zwar seien die frĂŒheren Krisen rund um die Schuldenobergrenze in den letzten zehn Jahren alle vor dem X-Datum gelöst worden, wie Jim Reid, Marktstratege bei der Deutschen Bank (ETR:DBKGn) in einer Notiz schreibt. „Aber im Moment teilen die Investoren diese Zuversicht nicht ganz. Das zeigt sich auch an den 1-Jahres-Credit-Default-Swaps fĂŒr die Vereinigten Staaten. Der höchste Stand in den letzten Jahren war kurz vor dem letzten Stichtag im Jahr 2011 mit einem Schlusskurs von 80 Basispunkten erreicht worden. Zum gestrigen Börsenschluss war dieser Wert jedoch auf 140 Basispunkte angestiegen. Es handelt sich hierbei um unglaublich dĂŒnne, illiquide MĂ€rkte, aber das unterstreicht die Bedenken.“


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