🇹🇳 Die verdeckte Infiltration: China betreibt hunderte Polizeistationen in Europa❗

Überwacht, schikaniert, zurĂŒck nach China geschickt: Bereits seit LĂ€ngerem stellt die Volksrepublik in inoffiziellen Polizeistationen Exilchinesen in Europa nach. Nun hat eine NGO weitere Standorte ausgemacht.

In mehr als hundert sogenannten Übersee-Polizeistationen ĂŒberwacht China laut einem Bericht im Exil lebende chinesische StaatsbĂŒrger. Wie der Nachrichtensender CNN  und der »Guardian«  berichten, hat die Menschenrechtsorganisation Safeguard Defenders Beweise dafĂŒr gefunden, dass China 48 zusĂ€tzliche Polizeistationen im Ausland betreibt. Im September hatte die Organisation aus Madrid erstmals die Existenz von 54 solchen Stationen aufgedeckt.

Die Stationen werden demnach genutzt, um StaatsbĂŒrger zu schikanieren und in einigen FĂ€llen zu repatriieren. Laut der Organisation wurde etwa ein chinesischer StaatsbĂŒrger von verdeckt arbeitenden Agenten einer chinesischen Auslandspolizeistation in einem Pariser Vorort zur RĂŒckkehr in seine Heimat gezwungen. Zwei weitere chinesische Exilanten wurden demnach ebenfalls gewaltsam aus Europa zurĂŒckgefĂŒhrt – einer aus Serbien, der andere aus Spanien.

Dabei nutzt Peking offenbar bilaterale Sicherheitsvereinbarungen mit LÀndern in Europa und Afrika, um eine weitreichende internationale PrÀsenz zu erreichen.

Die neue Veröffentlichung mit dem Titel »Patrol and Persuade« (Patrouillieren und Überzeugen) untersucht die Rolle, die gemeinsame Polizeiinitiativen zwischen China und mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern – wie Italien, Kroatien, Serbien und RumĂ€nien – bei der Ausweitung chinesischer Auslandsstationen gespielt haben.

Viele Stationen in Italien

Italien beherbergt mit elf StĂŒck laut dem Report die grĂ¶ĂŸte Anzahl an Polizeistationen. Sie befinden sich in Rom, Mailand, Bozen, Venedig, Florenz, Prato – eine Stadt in der NĂ€he von Florenz, in der die grĂ¶ĂŸte chinesische Gemeinde Italiens lebt – und Sizilien.

Die von Safeguard Defenders durchgefĂŒhrte Untersuchung stĂŒtzte sich auf öffentlich zugĂ€ngliche chinesische Aussagen und Daten und beschrĂ€nkte sich auf Stationen, die von lokalen chinesischen Sicherheitsbehörden in LĂ€ndern mit einer großen chinesischen Gemeinschaft eingerichtet wurden.

Die Berichte der Organisation haben bisher laut CNN Ermittlungen in mindestens 13 verschiedenen LĂ€ndern ausgelöst und eine zunehmend hitzige diplomatische Auseinandersetzung zwischen China und LĂ€ndern wie Kanada entfacht, in denen es eine große chinesische Diaspora gibt.