Apropos Lachnummer


Deutschland fehlt Munition im Wert von 20 Milliarden Euro für die Ukraine

Dass Deutschlands Militär-Hilfe für die Ukraine nur schleppend vorangeht, stört vor allem die einst pazifistischen Grünen. Nun räumt Grünen-Bundestagsabgeordneter Anton Hofreiter ein: Deutschland fehlt dafür die nötige Menge an Munition. Das Land bräuchte Munition im Wert von 20 Milliarden Euro.

Die Lage an der Front in der Ukraine ist schwer. “Der Ukraine droht massiv die Munition auszugehen”, warnt Anton Hofreiter im Interview mit n-tv. Nun gehe es darum, wie man “die Ukraine mit der Munition ausstattet, die sie braucht”. Dass die Ukraine nicht gerade wenig Munition benötigt, macht der Bundestagsabgeordnete ebenfalls deutlich:

“Sie verschießt gerade pro Tag mehrere tausend Artilleriegranaten, jeden Tag.”

Das Problem: Hier kann Deutschland zurzeit, wie es scheint, bestenfalls marginal aushelfen.

Deutschlands Munition reicht nur für wenige Tage

“Das klingt fast absurd”, sagt Hofreiter. “Es fehlen im Grund 20 Milliarden Euro Munition.” Aktuell habe Deutschland “sehr wenig Munition. Sie reicht nur für wenige Tage.”

Der Grund: “Es ist in den vergangenen 10, 20 Jahren praktisch ausschließlich auf Verschleiß gearbeitet worden. An diesem krassen Desaster tragen die Regierungen der vergangenen 15 Jahre Schuld. Es wird Jahre dauern, weil die Industrie stark geschrumpft wurde.”

„Müssen versuchen, noch mehr an die Ukraine zu liefern“

Allerdings hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bereits zu Beginn der Ukraine-Invasion eine “Zeitenwende” für Deutschland angekündigt, und 100 Milliarden Euro für Ausrüstung der Deutschen Bundeswehr locker gemacht. “Mit der Zeitenwende ist nur Geld bereitgestellt worden”, sagt der Bundestagsabgeordnete, “aber viele Probleme sind noch nicht beseitigt, einerseits in der Beschaffung, andererseits in der Produktion. Wir haben im Verhältnis nur noch eine sehr, sehr kleine Rüstungsindustrie. Außerdem wurden durchaus relevante Mengen an Munition an die Ukraine abgegeben.” Nun müsse Deutschland erstmal die Produktionskapazitäten erhöhen. “Des weiteren folgt daraus, dass wir trotz dem wir so wenig Munition haben, man immer noch versuchen muss, noch mehr an die Ukraine zu liefern.”


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