Putins Spionagechef prophezeit USA „zweites Vietnam“

Sergej Naryschkin sagt: „Die Ukraine wird zu einem ‚Schwarzen Loch‘ werden, das immer mehr Ressourcen und Menschen absorbiert.“

In den USA tobt ein Streit darüber, wie es mit der Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland weitergeht. Die Republikaner haben ein milliardenschweres Hilfspaket vorerst blockiert. Moskau hofft, dass das so bleibt und warnt die Amerikaner vor einem „Schwarzen Loch“.

Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes (SWR) prophezeit den USA ein „zweites Vietnam“ infolge ihres massiven Engagements für die Ukraine. „Die Ukraine wird zu einem ‚Schwarzen Loch‘ werden, das immer mehr Ressourcen und Menschen absorbiert“, wurde Sergej Naryschkin im Hausmagazin des SWR zitiert. „Letztendlich riskieren die USA, sich ein ‚zweites Vietnam‘ zu schaffen, und jede neue amerikanische Regierung wird versuchen müssen, damit umzugehen.“

Der Vietnamkrieg war zu Zeiten des Kalten Kriegs eine Art Stellvertreter-Konflikt, in dem sich Ost und West gegenüberstanden. Die USA kämpften an der Seite Südvietnams gegen die kommunistischen Truppen aus dem Norden, die von der damaligen Sowjetunion und China unterstützt wurden. Der Krieg endete 1975 mit einer schmählichen Niederlage der USA und gilt bei vielen Amerikanern bis heute als ein nationales Trauma.

In Washington wird heftig gestritten über die weitere Unterstützung der Ukraine. Präsident Joe Biden hat die Republikaner im Kongress aufgefordert, die von ihm beantragten Milliardensummen nicht zu blockieren. Der Demokrat warnte, sollte Russlands Präsident Wladimir Putin die Ukraine einnehmen, „wird er dort nicht Halt machen“, sondern womöglich auch einen NATO-Verbündeten angreifen. Das wiederum würde zu etwas führen, „das wir nicht anstreben und das wir heute nicht haben: amerikanische Truppen, die gegen russische Truppen kämpfen“.

Die oppositionellen Republikaner hatten zuvor ein milliardenschweres Hilfspaket für Israel und die Ukraine vorerst blockiert. Die Konservativen verwehrten dem Paket mit einem Gesamtumfang von 106 Milliarden Dollar (rund 98 Milliarden Euro) in einer prozeduralen Abstimmung im Senat die Unterstützung. Hintergrund ist ein Streit um die Einwanderungspolitik und die Sicherung der US-Grenze zu Mexiko. Die gesamte westliche Militärhilfe ist nach Berechnungen eines Forschungsinstituts seit dem Sommer deutlich zurückgegangen.

Moskau hofft darauf, dass der US-Senat die neue Ukraine-Hilfe dauerhaft blockiert. „Es bleibt zu hoffen, dass es unter den US-Kongressabgeordneten noch genügend Menschen mit klarem Verstand gibt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er warf der US-Regierung vor, die Gelder im „Ofen des Ukraine-Krieges“ zu „verbrennen“. Washington ist der wichtigste Unterstützer Kiews im Krieg gegen die russischen Invasionstruppen. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 haben die USA der Ukraine bereits Militärhilfen in Höhe von mehr als 44 Milliarden Dollar geliefert oder zugesagt.