Ich glaub, dazu ist nichts mehr zu sagen!


Die provozieren uns bis zum Aufruhr und dann wird´s böse! Aber nicht für die sondern für uns!


Eine Antwort zu “Ich glaub, dazu ist nichts mehr zu sagen!”

  1. sorry, jetzt hab ich Infos von einem Alumni, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

    Werner, [22.09.2022 18:00]
    [Antwort auf Beatrix Dechant]
    Das tut weh. Wenn die Journaille nicht begreift warum die Dinge so sind, wie sie eben sind, so wird dies am Studium einer Geschwätzwissenschaft liegen, aber ein Geschäftsführer, der sollte es besser wissen. Einfach nur mehr erschütternd; und die Bevölkerung glaubt dann noch solche Räubergeschichten. Es gehört wirtschaftliche Bildung verbreitet! Das ist nicht Spekulation, sondern eine sinnvolle Regelung, welche halt längerfristig wirkt. Abgesehen davon, die Strombörse ist ja keine klassische Börse! Aus gutem Grund!

    Beatrix Dechant, [22.09.2022 18:03]
    Bist du der Meinung, dass der Falsches sagt wenn er meint sie könnten mehr abliefern als sie tatsächlich tun?

    Werner, [22.09.2022 18:13]
    Die Strom“börse“ ist keine rein wirtschaftliche Geschichte, da geht es auch um Technik. Wenn einer in der Nordsee Strom hat, aber der potentielle Käufer in Udine sitzt, dann muss das auch physikalisch gehen. Gerade Deutschland ist da sehr schwach (und wir in Bezug auf Ost/West). Unter Umständen wird da eine komplizierte Kette aus physikalischen Lieferungen angestoßen – nur unser Verbund unterhält dazu 24/7 ganze vier Zentren mit Technikern. Wenn nun der Kunde in Udine kauft, so braucht der z.B. für die nächsten 24h genau x Watt pro Stunde, das kann ein Windpark aber nie garantieren! Fällt nach ein paar Stunden die Windkapazität, wie geht es dann weiter – wieder ein Punkt warum die Strom“börse“ keine Börse im klassischen Sinne ist. Umgekehrt, wenn volatile Stromerzeuger mehr produzieren (z.B. weil unerwartet der Wind auffrischt) als abgenommen wird, so muss der Strom entweder vor dem Netzeintritt weggeschalten werden oder u.U. mit negativem Preis „verkauft“ (=verbrannt) werden. Ich könnte noch zahlreiche weitere technisch/wirtschaftlich verknüpfte Punkte bringen, beispielsweise wie sich die geographischen Standorte auf die Netzfrequenz auswirken und warum schon bei 0.1 Herz Abweichung drastische Maßnahmen ergriffen werden müssen (was natürlich keiner will).

    Beatrix Dechant, [22.09.2022 18:19]
    Dann sind die Windparks also ein Megaschaß? Nicht nur wegen der nicht konstanten Windsituation?

    Werner, [22.09.2022 18:21]
    Und um auf Wien-Energie zu kommen. Nehmen wir an, der Windradbetreiber verkauft nun für die Zukunft, also im gegenständlichen Fall die nächsten 24h, x Watt/Stunde. Dann muss der das garantieren. Fällt die Liefermenge, dann muss ein anderer einspringen, was bei größeren Mengen schlicht nicht geht – Kraftwerke brauchen Stunden oder gar Wochen bis sie effizient laufen. Also wird u.U. ein großer Stromverbraucher abgeschaltet, weil es eine Entscheidung gibt, Verbrauch in Udine ist wichtiger als Alu-Hütte in Holland. Diesen gigantischen Schaden muss einer zahlen, nämlich der ursprüngliche Anbieter. Dazu muss dieser Anbieter Garantien hinterlegen. Der typische Windpark kann das nicht, größere wie unser Verbund oder eben Wien Energie schon, daher werden die an der „Börse“ bevorzugt. Und nochmal der Unterschied zu einer echten Börse. Wenn ein Leerverkäufer die Siemensaktie nicht zum Stichtag beibringt, dann ist das für die Börse und den Käufer lästig, vielleicht sogar sehr teuer – aber es gibt keine menschliche Tragödie. Wenn Strom nicht kommt und tausende Haushalte keine Heizung (=Steuerelektronik) haben oder in einem Chemiewerk eine Sicherheitssteuerung ausfällt, dann geht wirklich für konkrete Menschen die Welt unter; und daher ist die Strom“börse“ keine normale Börse.

    Beatrix Dechant, [22.09.2022 18:26]
    Danke, sehr interessant. Hab zwar nur die Hälfte verstanden, da wirtschaftlich a Bloßfusserte, aber einiges ist durchaus hängengeblieben und klar. Woher hast du dieses Wissen?

    Werner, [22.09.2022 18:28]
    Ich bin Elektroniker. Und rund um unsere berühmte 380KV Leitung habe ich versucht herauszubekommen warum der Verbund unbedingt eine Freileitung will – hat Jahre gedauert, aber viel, viel Wissen um Hochstromtechnik gebracht.

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