Schon wieder ein BP-Kandidat


Mit Tassilo Wallentin will ein weiterer als „rechts“ gelesener Kandidat zu Österreichs Bundespräsidentenwahl antreten. Beobachter wittern einen Versuch, FPÖ-Chef Kickl zu stürzen. Über seine Geldgeber wird gerätselt – und über mögliche ökofaschistische Affinitäten.

Mit dem offiziellen Kandidaten der FPÖ, Walter Rosenkranz, und dem Publizisten Gerald Grosz wollen bereits zwei politisch rechts stehende Kandidaten bei der Wahl am 9. Oktober Österreichs amtierenden Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen herausfordern. Dazu kommt der Chef der Impfgegner-Partei MFG, Michael Brunner.

Am Donnerstag, 11. August, hat nun auch der langjährige „Krone“-Kolumnist Tassilo Wallentin seinen Wahlantritt angekündigt. Offenbar hat dieser auch Aussicht auf Spenden privater Geldgeber in Millionenhöhe, um einen Wahlkampf zu finanzieren.

Mit Tassilo Wallentin will ein weiterer als „rechts“ gelesener Kandidat zu Österreichs Bundespräsidentenwahl antreten. Beobachter wittern einen Versuch, FPÖ-Chef Kickl zu stürzen. Über seine Geldgeber wird gerätselt – und über mögliche ökofaschistische Affinitäten.

Mit dem offiziellen Kandidaten der FPÖ, Walter Rosenkranz, und dem Publizisten Gerald Grosz wollen bereits zwei politisch rechts stehende Kandidaten bei der Wahl am 9. Oktober Österreichs amtierenden Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen herausfordern. Dazu kommt der Chef der Impfgegner-Partei MFG, Michael Brunner.

Am Donnerstag, 11. August, hat nun auch der langjährige „Krone“-Kolumnist Tassilo Wallentin seinen Wahlantritt angekündigt. Offenbar hat dieser auch Aussicht auf Spenden privater Geldgeber in Millionenhöhe, um einen Wahlkampf zu finanzieren.

Österreichs amtierender Präsident kann mit Wiederwahl rechnen

Die Aussichten, tatsächlich Bundespräsident zu werden, sind für Wallentin nach aktuellem Stand überschaubar. Jüngste Umfragen sehen Amtsinhaber Alexander Van der Bellen bei knapp 60 Prozent der Stimmen. Seine Wiederwahl wird neben den Grünen und SPÖ auch von führenden Politikern der ÖVP unterstützt. Eine Kandidatur Wallentins würde Experten zufolge hauptsächlich die Stimmenanteile der Kandidaten rechts der Mitte umverteilen.

Einige Medien sehen hinter der Kandidatur Wallentins, den die FPÖ ursprünglich selbst als Bewerber gewinnen wollte, auch einen persönlichen Rachefeldzug. Wie Chefredakteur Richard Schmitt im „exxpress“ erläutert, macht der ambitionierte Jurist die FPÖ dafür verantwortlich, dass er in der Zeit der türkis-blauen Koalition nicht zum Verfassungsrichter nominiert wurde.

Allerdings könnte, so Schmitts Analyse weiter, die Kandidatur Wallentins noch einem weitreichenderen strategischen Zweck dienen. So könne ein weiteres Ziel der Sturz von FPÖ-Chef Herbert Kickl sein. Diese geriet aktuell aufgrund der Jenewein-Affäre unter Druck. Der Sturz solle den Weg freimachen für einen Nachfolger, den auch die bürgerliche Mitte als koalitionsfähig betrachtet. Genannt werden der Welser Bürgermeister Andreas Rabl oder der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp.

Selbst wenn Wallentinm ähnlich wie Grosz oder Brunnerm am Wahlabend im einstelligen Prozentbereich bleiben sollte: Gelingt es ihm und den anderen als rechts gelesenen Kandidaten, FPÖ-Bewerber Rosenkranz unter 20 Prozent zu halten, würde dies nach dem starken Abschneiden Norbert Hofers von 2016 als Wahlschlappe interpretiert – und einen Sturz Kickls wahrscheinlich machen.

Wallentin hatte seine Weigerung, für die FPÖ zu kandidieren, unter anderem mit dem Auftreten und dem politischen Kurs Kickls begründet. Dieser sei zu aggressiv und zu radikal. Dass Kickl nach seinem erzwungenen Aus als Innenminister alle Brücken zur ÖVP abgebrochen habe, wird in bürgerlichen Kreisen als taktischer Fehler betrachtet.

Ob allerdings ausgerechnet Wallentin eine glaubwürdige Figur als Vertreter eines gemäßigten bürgerlichen Konservatismus macht, erscheint fraglich. Grund dafür sind einige Thesen, die er als Kolumnist in Österreichs auflagenstärkster Tageszeitung vertrat. Skeptiker verweisen unter anderem auf Artikel wie jenen aus dem April 2021, in dem Wallentin mit offenbar erfundenen Zahlen Panik vor einer angeblichen Überbevölkerung schürt.

In dem Beitrag behauptet Wallentin ohne Nennung einer Quelle, die Zahl der Menschen, die auf der Erde leben, würde in 50 Jahren „bis zu 32 Milliarden“ betragen. Tatsächlich sinken jedoch die Geburtenraten in allen Ländern der Erde bereits seit Mitte der 1980er-Jahre. Laut einer Studie aus dem Jahr 2020 im Fachjournal „The Lancet“ erreicht der Planet seinen Höhepunkt des weltweiten Bevölkerungszuwachses bereits 2064 mit 9,7 Milliarden Menschen.

Im Jahr 2100 werde dann die Weltbevölkerung den neueren Hochrechnungen zufolge nicht wie zuvor von der UNO prognostiziert 10,8 Milliarden betragen, sondern zwei Milliarden weniger. Schon jetzt warnen Persönlichkeiten wie Tesla-CEO Elon Musk vor einem drohenden Bevölkerungskollaps.

Wie will Wallentin 7,6 Milliarden Menschen „loswerden“?

Wallentin hingegen hält eine Depopulation der Erde auf breiter Ebene für unverzichtbar. In seinem Artikel erläutert er, die Erde vertrage „maximal 200 Millionen Menschen, die so leben wie wir“. Das wären weitere 300 Millionen weniger, als die kürzlich zerstörten, umstrittenen „Georgia Guidestones“ als maximal vertretbare Weltbevölkerungszahl nannten.

Wie Wallentin die Menschheit von den übrigen 7,6 Milliarden „entlasten“ will, verrät er in seinem Beitrag nicht. Die seiner Auffassung zufolge erforderliche Reduktion würde jedoch nach den Gesetzen der Denklogik auch vor der eigenen Haustüre im Westen nicht haltmachen. Die USA und die EU bringen es immerhin zusammen bereits auf knapp 800 Millionen Einwohner – von denen der Lebensstandard von mindestens 200 Millionen über dem weltweiten Medianeinkommen liegen dürfte.


Eine Antwort zu “Schon wieder ein BP-Kandidat”

  1. Auch so eine schräge Meldung: „der amtierende Präsident kann mit Wiederwahl rechnen“ ?@!
    Wer sollte diesen halb-senilen Grünling wählen ?

    Und dieser Wallentin – ein offensichtlicher NWO-Sektierer !

    Ich schätze, daß Grosz die meisten Stimmen bekommt, weil den jeder kennt.
    Während Walter Rosenkranz jedenfalls mir noch nie aufgefallen wäre – was aber nichts heißt.

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